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aktualisiert:

26.09.2010

 

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Printausgabe der Taunuszeitung                                                            Printausgabe der Taunuszeitung

vom 20.03.2009                                                                                  vom 23.03.2009

 

                                                                               

In der Geborgenheit einer                                                                Großes Interesse an Info-Messe

Nachbarschafts-Gemeinschaft

 

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hr1-VITA Montag, 13. Oktober 2008, 10:00 Uhr

Gemeinsames Wohnen - Nur nicht vereinsamen - gemeinsam altern in Wohngemeinschaften.

hr1-VITA Gemeinsames Wohnen - Nur nicht vereinsamen - gemeinsam altern in Wohngemeinschaften.

Herbsterwachen heißt es in Friedrichsdorf, in Kronberg sind die Silberdisteln am Werk und in Oberursel ist das Projekt "Gemeinsames Wohnen" noch namenlos.
Aber alle wollen nur das eine: Für Menschen, die sonst allein leben, gemeinsamen Wohnraum schaffen.

Beitrag von Andrea Seeger in hr1-VITA (10:00-12:00).

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Printausgabe der Taunuszeitung vom 24.07.2008

Herbsterwachen: Wohnprojekt wird konkret

Friedrichsdorf. Das Seniorenwohn-Projekt «Herbsterwachen» nimmt konkrete Züge an. Jetzt konnten sich Interessierte in den Räumen des Pflegedienstes Crone über die weitere Planung informieren. Joachim Negwer, zuständig für die Projektentwicklung beim Gemeinnützigen Siedlungs-Werk (GSW) Frankfurt, teilte den 13 Interessierten mit, dass «der Erwerb des Grundstückes Bahnstraße 19 erfolgreich verlaufen wird».

«Von der Lage her ist dieses Grundstück ideal für dieses Projekt», so Negwer: Durch die geplanten Maßnahmen auf dem Milupa-Gelände (Einkaufszentrum, Ärztehaus, Stadtbibliothek) und die Nähe zum Bahnhof. 1900 Quadratmeter Grundstücksfläche werden seitens des GSW erworben. Dort entsteht auf einer Fläche von 535 Quadratmeter ein Gebäude der Niederramstädter Diakonie für eine Außenwohngruppe für behinderte Menschen. 200 Quadratmeter müssten zudem für Erschließungsflächen abgezogen werden, teilt der Projektentwickler mit.

Für das Projekt «Herbsterwachen» verbleiben somit als Gesamtfläche 1220 Quadratmeter. «Im vorderen Bereich sind drei Vollgeschosse plus das Dachgeschoss geplant. Im hinteren Gebäude durch den Anstieg des Geländes zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss», so Negwer. Insgesamt ergebe sich eine Wohnfläche von maximal 952 Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 58 Quadratmeter pro Wohnung und unter Berücksichtigung der geplanten Gemeinschaftsflächen von 80 Quadratmeter wären rund 15 Wohneinheiten möglich. Pro Wohneinheit ist in einer Tiefgarage jeweils ein Pkw-Stellplatz geplant. Baubeginn soll, so Negwer, möglichst im Frühjahr 2009 sein.

Wer sich jetzt für das Projekt entscheide, habe Mitspracherecht und könne mit der GSW Größe und Aufteilung der Wohnung planen. Auch in der Ausführungsplanung bestehe ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Bodenbeläge und Sanitäreinrichtungen. Allerdings gibt es zwar zur Zeit Interessenten, ganz dafür entschieden hat sich allerdings noch niemand.

Pro Quadratmeter soll bei Einzug ein Mieterdarlehen von rund 600 Euro anfallen, das dem Bewohner eine feste Miete für die nächsten 15 Jahre garantiert. Das hieße im Falle einer durchschnittlichen Wohneinheit von 58 Quadratmetern 34 800 Euro Einlage. Hinzu kommt dann noch die monatliche Miete von zur Zeit angenommenen 11 bis 13 Euro pro Quadratmetern. «Die konkreten Zahlen liegen Ende September vor», teilt Negwer mit. «Dann müssen sich die Interessenten auch entscheiden und die Aktion ,Herbsterwachen‘ muss sich zum Beispiel als Verein eine Rechtsform geben. Sollten aber seitens der Interessierten keine Entscheidungen fallen, müssen wir das Projekt von unserer Seite aus mit einer anderen Gruppe realisieren,» so der Projektentwickler.

Auf Anfrage einer Interessentin sind laut Negwer keine Sozialwohnungen in dem barrierefreien Projekt geplant, sondern Wohnungen «auf der Basis des freien Marktes». Das wiederum schreckt offenbar doch den einen oder anderen ab. Eine Interessentin, die wegen einer Erkrankung im Rollstuhl sitzt, sagt, bei ihr scheitere die Entscheidung voraussichtlich an den Kosten. Dabei wäre gerade für sie eine Wohnung in der Bahnstraße interessant. «Ich bekomme keine bezahlbare barrierefreie Wohnung in Friedrichsdorf», sagt sie. Sie ist auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. (juba)
http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&sv[id]=rmn01.c.5049410.de

 

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Printausgabe der Taunuszeitung vom 24.07.2008

Seniorenwohnprojekt kommt voran

 

Seulberg. Über den demografischen Wandel wird viel diskutiert. Angesichts knapper Pflegekassen und einem Mangel an Nachwuchskräften in der Pflege findet in vielen Bereichen ein Umdenken statt. Auch in Friedrichsdorf soll ein alternatives Seniorenwohnprojekt verwirklicht werden. Beim Sommerfest der Seulberger Initiative «Herbsterwachen» konnten sich Freunde und Interessierte unlängst über das Projekt informieren.


2005 kam den Initiatoren die Idee. Sybille Crohne, die einen privaten Pflegedienst leitet, erlebt jeden Tag in der Praxis, was es heißt mit dem «Altern» zurechtzukommen. «Der Wunsch, in den eigenen vier Wänden alt zu werden und dort zu sterben, ist heute in den seltensten Fällen realisierbar», erzählt sie. «Eigentlich müssen sich schon 50-Jährige mit dem Alter und einer angepasste Lebensweise auseinandersetzen,» ist sie sich sicher. «Man muss planen, agieren und sich mit dem dritten Lebensabschnitt beschäftigen, wenn man körperlich und geistig fit ist und noch im Berufsleben steht», so Crohne.

«Im Ernstfall ist es oft zu spät. Dann steht die betreffende Person mit einer viel zu großen Wohnung oder gar einem Haus allein, kann anfallende Arbeiten nicht mehr erledigen und die Nebenkosten fangen an, einen aufzufressen. Im Alter wird die Lebensplanung oft schwierig und es ist nicht leicht sich noch ein neues Umfeld aufzubauen.»

Die Planung des Projektes sieht vor, dass in noch zu bauende 15 barrierefreien Wohnungen auf einem Grundstück in der Bahnstraße aktive Senioren ziehen, die sich im Bedarfsfall noch gegenseitig helfen können. Das beinhaltet, eventuell mal für den Nachbarn einzukaufen, wenn er krank werden sollte, oder kleinere Handreichungen zu erledigen. Aber auch der soziale Aspekt soll ein Anreiz sein.

Alleinlebende Senioren sollen die Möglichkeit haben, sich kurzfristig zu gemeinsamen Unternehmungen zu verabreden. «Das ein schwerer Pflegefall nicht vom Nachbarn gepflegt werden kann, ist klar», betont Altenpflegerin Nicole Aviény, neben Crohne Initiatorin der Seulberger Initiative. «Wenn allerdings mehrere Bewohner in eine Pflegesituation kämen, und sich auf einen Pflegedienst einigen könnten, würde dies bereits Kosten reduzieren.»

Die anfallenden Kosten im Alter sieht auch Sybille Crohne als Problem. «Die Versorgungsstrukturen sind nicht mehr zu finanzieren. Das Projekt gibt die Möglichkeit Synergieeffekte zu nutzen und dadurch Kosten zu sparen.» Daher solle auch das Mieterdarlehen von rund 600 Euro pro Quadratmeter nicht abschrecken, denn die Miete sei dadurch auf 15 Jahre garantiert. Außerdem hätten alle, die sich jetzt dazu entschließen, noch Mitspracherecht bei der Wohnraumgestaltung in Form und Größe.

Die Teilnehmer des Sommerfestes selbst, waren alle «hoch interessiert» oder fanden die Idee «toll». «Diesen Schritt zu gehen», damit setzten sich eigentliche fast alle Teilnehmer des Sommerfestes auseinander. «Aber trotz allem muss man sich das ganze natürlich gut überlegen», bringt es eine Teilnehmerin des Sommerfests auf den Punkt. «Einige Interessierte haben sich auch bereits aus dem Projekt wieder zurückgezogen,» weiß Nicole Aviény zu berichten. Es sei natürlich auch vor allem eine Frage der Einstellung, ob man in einer größeren Gemeinschaft leben wolle. (juba)

Eine Informationsveranstaltung zum Projekt in der Bahnstraße findet am Mittwoch, 6. August, um 19 Uhr in der Hardtwaldallee 2 a in Seulberg statt. Veranstalter ist der Träger, das gemeinnützigen Siedlungswerk (GSW).

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Printausgabe der Taunuszeitung vom 11.07.2008

 

Initiative „Herbsterwachen“ will Gelände an der Bahnstraße kaufen

Weichen für Wohnprojekt gestellt

Friedrichsdorf. Das alternative Seniorenwohnprojekt der Seulberger Initiative „Herbsterwachen“ nimmt konkrete Formen an. Bereits seit 2 Jahren sind die Mitglieder gemeinsam mit dem gemeinnützigen Siedlungswerk Frankfurt (GSW), einer Wohnungsbaugesellschaft in kirchlicher Trägerschaft, auf der Suche nach einem geeigneten Bauplatz. „Den haben wir jetzt gefunden“, sagt Nicole Aviény, Altenpflegerin bei einem privaten Pflegedienst und gemeinsam mit Sibylle Krone Initiatorin des Projekts. Auf dem Grundstück in der Bahnstraße 19 soll ein Haus mit 15 barrierefreien Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen, Aufzug und Tiefgarage entstehen. „Nachdem wir rund ein halbes Jahr auf eine Entscheidung gewartet haben, haben die Besitzer dem Kaufangebot des GSW jetzt zugestimmt“, so Aviény. Nach der Sommerpause könne es losgehen, ist sie überzeugt.

Joachim Negwer, bei der GSW für die Planung des Friedrichsdorfer Projekts zuständig, ist ebenfalls zuversichtlich. Noch sei der Kaufvertrag zwar nicht unterschrieben. „Wir sind aber sehr optimistisch, in nächster Zeit den Zuschlag zu bekommen“, so der Projektentwickler. „Zur Sicherheit haben wir noch zwei andere Grundstücke im Auge“, sagt Negwer, betont aber, das Gelände an der Bahnstraße sei wegen der Nähe zur Innenstadt und dem geplanten Einkaufszentrum auf dem Milupa-Gelände „auf jeden Fall die erste Wahl“. Sollten GSW und Grundstückseigentümer sich in den nächsten Wochen handelseinig werden, rechnet Negwer mit einem Baubeginn Anfang nächsten Jahres. „Die Genehmigungs- und Planungsphase eingerechnet ist das durchaus realistisch.“

„Die Mieter, die in das Haus einziehen, sichern sich gegenseitige Unterstützung zu, um auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen zu können“, erklärt Aviény. „Denn eines können wir für Geld nicht kaufen und das ist Geborgenheit.“ Finanziert werde das Projekt über ein zinsloses Mieterdarlehen von voraussichtlich 600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Den Bewohnern werde dafür die Miethöhe für 15 Jahre gewährleistet. „Wer von Anfang an dabei ist, hat außerdem die Möglichkeit, an der Gestaltung der einzelnen Wohnungen mitzuwirken und seine Wünsche einzubringen“, so die Projektinitiatorin.

Möglicherweise ebenfalls auf dem Gelände in der Bahnstraße 19 soll ein Wohnhaus für behinderte Menschen entstehen. GSW und Initiative Herbsterwachen führen derzeit Gespräche mit der Niederramstädter Diakonie. Die betreibt an der Plantation in Friedrichsdorf das Haus Myriam. Dort leben 40 behinderte Menschen.

„Das Haus Myriam ist in die Jahre gekommen und nicht nicht mehr auf dem neuesten Stand, was Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten angeht“, sagt Diakonie-Vorstand Walter Diehl. Deshalb gebe es die Idee, eine Wohngruppe von etwa zehn Behinderten in einem anderen Gebäude unterzubringen. „Das kann durchaus auf dem Grundstück an der Bahnstraße sein“, so Diehl. Auch die GSW ist an einer Kooperation interessiert. „Beide Projekte passen gut zusammen“, sagt ihr Sprecher Negwer. (akau)

Wer sich für das Projekt „Herbsterwachen“ interessiert und sich der Initiative möglicherweise anschließen möchte, ist zum Sommerfest der Gruppe am Samstag, 19. Juli, eingeladen. Los geht es um 12 Uhr auf dem Seulberger Feld (Grundstück am Radweg). Um telefonische Anmeldung bis zum kommenden Montag wird unter der Rufnummer (06172) 767949 gebeten. Eigenes Besteck und Geschirr sind mitzubringen.  

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Printausgabe der Frankfurter Rundschau vom 09.07.2008

Weg frei für Mehrgenerationen-Haus

Friedrichsdorf Initiative Herbsterwachen und GSW planen alternatives Projekt mit 15 Wohnungen

VON ANTON J. SEIB

Wir können unser erstes alternatives Wohnprojekt verwirklichen." Nicole Aviény von der Initiative Herbsterwachen glaubt sich am Ziel ihrer monatelangen Bemühungen. Gemeinsam mit dem Gemeinnützigen Siedlungswerk Frankfurt (GSW) will Herbsterwachen auf einem Grundstück in der Friedrichsdorfer Bahnstraße 19 das erste barrierefreie gemeinschaftliche Wohnprojekt für Junge und Alte realisieren.

Nach der Sommerpause könne es losgehen, glaubt Aviény. Doch Joachim Negwer, Leiter der Projektentwicklung bei der GSW, bremst die Euphorie etwas. Der Kaufvertrag sei noch nicht in trockenen Tüchern, sagte er.

Zur Sicherheit habe man noch zwei andere Grundstücke im Auge. Das Areal an der Bahnstraße liege indes dank seiner Nähe zur Innenstadt und zum geplanten Einkaufszentrum auf dem Milupa-Gelände ideal. Etwa 15 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen, dazu kämen Gemeinschaftsräume, Tiefgarage und Aufzug. Aviény: "Die Mieter, die dort einziehen, sichern sich gegenseitige Unterstützung zu, um auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen zu können." Voraussetzung ist die Zahlung eines Mietdarlehens in Höhe von 600 Euro pro Quadratmeter. Dafür werde den Mietern eine garantierte Miete auf 15 Jahre gewährleistet.

"Und die Mieter haben die einmalige Gelegenheit an der Planung mitzuwirken", sagt die Initiatorin des Projekts. Möglicherweise entsteht auf dem gleichen Grundstück auch ein Wohnhaus für behinderte Menschen. GSW und Herbsterwachen stehen in Gesprächen mit der Niederramstädter Diakonie, die an der Plantation in Friedrichsdorf das Haus Myriam betreibt. Dort leben derzeit rund 40 behinderte Menschen.

"Das Haus ist in die Jahre gekommen", sagt Diakonie-Vorstand Walter Diehl. Es entspreche nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Deshalb gebe es die Idee, eine Wohngruppe von etwa zehn Behinderten in einem anderen Gebäude unterzubringen, möglicherweise auf dem Grundstück an der Bahnstraße, so Diehl.

An einer Kooperation ist auch die GSW interessiert, ihr Sprecher Negwer hält eine solche Lösung für "optimal".

Infos zum Projekt gibt es beim Sommerfest von Herbsterwachen im Seulberger Feld am Samstag, 19. Juli. Beginn ist 12 Uhr, Anmeldung unter Telefon 0 61 72 / 76 79 49.

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Printausgabe der Taunuszeitung vom 23.04.2008

 

Der Weg zur Senioren-WG

Von Angela Kauer

Königstein. Wie will ich im Alter leben? Altenheime und Seniorenresidenzen sind nicht jedermanns Sache und außerdem oft eine Frage des Geldes. Aber was sind die Alternativen? Dass Fragen wie diese viele Königsteiner beschäftigen, zeigte sich unlängst bei einer Informationsveranstaltung im katholischen Gemeindezentrum. Das Thema „Senioren – Leben in Gemeinschaft“ zog gut 40 Interessierte an.

Gabriele Klempert, Vorsitzende der Königsteiner SPD, und Marlies Lück, Psychologin aus Königstein, hatten zu der Diskussion eingeladen. Die beiden verfolgten damit ein konkretes Ziel: Sie möchten ein alternatives Wohnprojekt in der Kurstadt verwirklichen und suchen dafür Mitstreiter.

„Viele Ältere haben den Wunsch, in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Aber er endet häufig im Desaster“, schilderte Nicole Aviény ihre Eindrücke, die sie als Mitarbeiterin eines Pflegedienstes gesammelt hat. „Das größte Problem ist die Einsamkeit.“ Dies vor Augen, habe sie gemeinsam mit Sibylle Crone 2005 in Friedrichsdorf die Initiative Herbsterwachen ins Leben gerufen.

Seit zwei Jahren ist die Gruppe gemeinsam mit dem Gemeinnützigen Siedlungswerk (GSW), einer Wohnungsbaugesellschaft in kirchlicher Trägerschaft, auf der Suche nach einem geeigneten Bauplatz. Entstehen soll ein alternatives Wohnprojekt für etwa 15 Parteien. „Selbstbestimmtes Wohnen im Alter bedeutet, dass man früh genug anfängt, zu überlegen, wie und mit wem man seine verbleibenden Jahre verbringen will“, erklärte Aviény, die selbst erst die 40 knapp überschritten hat. Wer zu lange warte, lege sein Leben in die Hände anderer.

Helmut Kaufmann von der Arbeiterwohlfahrt gab ihr Recht. Er riet den Anwesenden, sich über ihre individuellen Bedürfnisse im Alter klar zu werden und diese auch schriftlich zu fixieren. „Schaffen Sie Netzwerke und legen Sie genau fest, in welcher Form Sie später versorgt werden wollen“, lautete sein Appell.

Welche Versorgungsleistungen die Caritas anbietet, legte Alexandra Nawin, Leiterin der Caritas-Sozialstation Königstein, dar. „Natürlich können pflegebedürftige Bewohner einer Hausgemeinschaft dieselben häuslichen Leistungen in Anspruch nehmen wie Senioren, die in ihrer Familie oder allein leben“, erklärte sie. In einer Hausgemeinschaft sei es aber zum Beispiel möglich, die Pflegegelder mehrerer pflegebedürftiger Bewohner zu „poolen“. Nawin: „Leben in einer Hausgemeinschaft mehrere pflegebedürftige Bewohner, fließen ihre Gelder in einen gemeinsamen Topf.“ Sei am Ende des Monats Geld übrig, könne dies für zusätzliche Pflegeleistungen ausgegeben werden.

Heinrich Rose und Joachim Negwer vom GSW stellten ihr Unternehmen vor. Die Wohnungsbaugesellschaft hat bereits alternative Wohnprojekte in Kassel und Frankfurt umgesetzt. Im Taunus arbeitet sie nicht nur mit der Initiative Herbsterwachen, sondern auch mit dem Bad Homburger Verein „Gemeinsam Wohnen im Alter“ und der Bad Sodener Gruppe „Liebenswert Wohnen“ zusammen. Am weitesten sind die Kronberger Silberdisteln: Das GSW hat ein Grundstück neben dem Berliner Platz gekauft. 18 bis 20 Wohnungen sollen dort Ende 2009 bezogen werden. „Die zukünftigen Bewohner werden von der Grundstücksauswahl an in die Planungen einbezogen“, betonte Rose. Nur so sei gewährleistet, dass ein Projekt den Bedürfnissen der Beteiligten entspreche. Außer Apartments für selbstständige Senioren seien in den Häusern in Kassel und Langen auch Wohngemeinschaften für Demenzkranke in die Wohnanlagen integriert. Finanziert werden die Projekte über zinslose Darlehen, die jeder Bewohner aufnimmt und über einen Zeitraum von 15 Jahren zurückzahlt.

Ob die Initiative in Königstein mit der GSW zusammenarbeiten wird, steht noch nicht fest. Ebenso unklar ist noch, welche konkreten Formen das Vorhaben annehmen soll, ob es sich etwa um eine Hausgemeinschaft mit überwiegend älteren Bewohnern oder eine Mehrgenerationen-WG handeln wird. „Wir wollen nur den Anstoß geben“, betonte Gabriele Klempert ausdrücklich. Sie und Marlies Lück hoffen nun, dass sich so bald wie möglich eine Gruppe findet, die ein solches Wohnprojekt umsetzt.

Wer sich für das Vorhaben interessiert, meldet sich bei Gabriele Klempert unter der Rufnummer (06174) 93 18 10.
 

http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&sv[id]=4478113

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 Montag, 21. April 2008,

 

ARD Themenwoche 2008 in hr1

http://www.hr-online.de/website/radio/hr1/index.jsp?rubrik=35058&key=standard_document_341636

 

 

Wie will/werde ich wohnen?

 

Alt und Jung unter einem Dach

Altenheim, Seniorenresidenz, Senioren-WG oder eigene Wohnung - schon heute gibt es Alternativen zum Lebensabend im Pflegeheim.

hr1-VITA: Alternative Wohnformen
Allein im Häuschen mit Garten, zentral in der Stadtwohnung, in agiler Alten-WG/im harmonischen Dreigenerationshaus - hr1 geht der Frage nach: Wie will ich wohnen, wie werde ich wohnen wenn ich älter bin? Eine Frage, die auch junge Menschen schon beschäftigt, wie unsere Umfrage zeigt.

Ein Gespräch mit Nicole Avieny von der "Initiative Herbsterwachen - Alternative Wohnform für einen selbstbestimmten Lebensabend" in hr1-VITA (10:00-12:00).

Mehr dazu im Internet unter www.herbsterwachen.info.

 

 

 

 

 

Der Digital-Mitschnitt der Sendung kann hier bestellt werden. Die Zusendung (7MB) erfolgt dann per E-Mail.


 

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Printausgabe der Frankfurter Rundschau vom 21.02.2008

 

Die Grundstücke sind schon ausgeguckt
Hochtaunus Initiativen stehen in den Startlöchern / Alten-WG in Bad Homburg gescheitert

Es sieht gut aus", sagt "Silberdistel" Ilse Oppermann - und meint das gleichnamige Wohnprojekt, das sie gemeinsam mit 35 anderen Kronbergern in der Stadt etablieren möchte.

Gut sieht es allerdings schon länger aus. So hatten die "Silberdisteln" bereits im Oktober 2006 der versammelten Presse ein Grundstück und konkrete Pläne vorgestellt. Proteste von Anwohnern machten jedoch eine Umplanung nötig. Außerdem fehlten die nötigen Stellplätze.
Diese Probleme seien aber nun ausgeräumt, teilt Heinrich Rose vom Gemeinnützigen Siedlungswerk Frankfurt (GSF) mit. "Wir können das Grundstück bald erwerben und den Bauantrag stellen." Das GSF wird das Gebäude für die "Silberdisteln" errichten und die Wohnungen anschließend vermieten.

Geplant sind etwa 20 Wohnungen plus Gemeinschaftsräume. Jeder Bewohner soll eine eigene Küche und Bad erhalten.

"Wir verstehen uns als Hausgemeinschaft und nicht als Wohngemeinschaft", stellt Ilse Oppermann klar. Allerdings müsse sich jeder Mieter verpflichten, auf die anderen Hausbewohner Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig Hilfe zu leisten, etwa beim Einkaufen.
"Selbstständig bleiben und doch einen sozialen Rahmen haben", beschreibt Oppermann ihr Motiv, sich an dem "Silberdistel"-Projekt zu beteiligen. Vom Alter her sei die Gruppe recht homogen. "Wir sind alle 50 plus."

Nicht nur an Senioren richtet sich die Friedrichsdorfer Initiative "Herbsterwachen". "Nicht das Alter ist entscheidend, sondern die Einstellung", sagt Nicole Aviény, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Die Gruppe besteht derzeit aus Menschen von Ende 40 bis Anfang 80.

Offenes Haus

 

Auch für die Mitglieder von "Herbsterwachen" ist die Grundstücksfrage schon weitgehend geklärt. Sie haben ein Areal in der Bahnstraße gefunden, wo ein Neubau mit 15 Wohnungen entstehen soll. Die Verkaufsverhandlungen liefen zwar noch, teilt Aviény mit. "Doch wir sind uns so gut wie einig", sagt sie. Das Ideal der Gruppe
"Herbsterwachen" ist ein Mehrgenerationenhaus, das sich auch nach außen öffnet. Jüngere Bewohner könnten Besorgungen für die Älteren erledigen. "Und ein Leih-Opa könnte eine Hausaufgabenhilfe anbieten."

Nicht geklappt hat es im vergangenen Jahr mit einer echten Senioren-Wohngemeinschaft, die "Herbsterwachen" in Bad Homburg einrichten wollte. Eine Woche vor dem geplanten Einzug der vier Bewohnerinnen hatte sich das Projekt zerschlagen. Die Angehörigen hatten den Frauen ihre späten WG-Pläne wieder ausgeredet. twe

 

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Printausgabe der Frankfurter Rundschau vom 07.02.2008

 

Auf neue Art gemeinsam alt werden

VON SUSANNE SCHMIDT-LÜER

Mehr Spaß macht es gemeinsam (FR)

Zwei kleine Kristallkugeln glitzern im Sonnenlicht vor Irmingart Langens Wohnzimmerfenster. Eine Amsel sucht auf der Terrasse nach Körnern, die die 72-Jährige gerade in ein Futterhäuschen gestreut hat. Seit 1. September wohnt Irmingart Langen in der "Wohngruppe unterm Dach in Aja's Gartenhaus", einem jüngst im Dornbusch verwirklichten Senioren-Wohnprojekt. Sechs Frauen und drei Männer, zwischen 63 und 74 Jahren, die "auf neue Art gemeinsam alt" werden wollen, leben dort zusammen.

Vier von ihnen sitzen an diesem Morgen um den Tisch im Gemeinschaftsraum. Gerhard Weißenberg zündet die Bienenwachskerze neben dem großen Bergkristall an. Eine Kerze brennt immer, wenn die Gruppe sich an dem Holztisch trifft. Das Interesse an Anthroposophie und der Wunsch nach sozialem Engagement eint die Wohngruppe unterm Dach. Ihre Mitglieder brachten ihr gesamtes Vermögen in die eigens gegründete Friedrich Schorling Stiftung ein. Die einen hatten mehr, die anderen weniger Geld. Zu sagen haben alle gleich viel, stellt Sigrid Holtorf klar.

Mit dem Geld konnte die Stiftung neun durch einen Laubengang verbundene 50 Quadratmeter große Wohnungen und einen Gemeinschaftsraum bauen. Die Bewohner, die ihr Geld zum größten Teil als Schenkung gaben, erwarben dafür kein Eigentum, sondern zahlen eine sozialverträgliche Miete.

Vorausgegangen war intensive Arbeit an etlichen Wochenenden. Die Senioren arbeiteten konzeptionell und erprobten in einer eigens angemieteten Ferienwohnung, ob das praktische Zusammenleben gut gehen kann. Manche aus der Gruppe kennen sich bald elf Jahre. Ihre Motive sind unterschiedlich. Die 63-jährige Renate Wahl beispielsweise hatte "sehr viele Sorgen um meine Eltern. Das wollte ich meinen Kindern nicht zumuten. Außerdem kann ich mich nur in Gemeinschaft weiterentwickeln."

Der 68-jährige Gerhard Weißenberg, der vom Psychologen auf Altenpfleger umsattelte, lebte die vergangenen 20 Jahre allein. "Ich kann das", sagt er. " Aber ich möchte es nicht mehr." Für die 68 Jahre alte Sigrid Holtorf "stand von Anfang an fest, dass ich nicht irgendwo im 4. Stock in einer Wohnung allein sein möchte. Viele von uns sind geschieden, zu den Kindern wollten wir nicht ziehen und die Kinder sind jetzt erleichtert, uns untergebracht zu wissen."

Klar, dass die Gruppe, die das ehrenamtliche Engagement als Stiftungszweck festschrieb, sich "gegenseitig helfen und pflegen will". Noch sind alle so fit, dass sie sich um die Menschen mit Demenz in den beiden unter ihnen gelegenen Etagen in Aja's Gartenhaus kümmern.

Auch die Nachbarn rund um die im Dornbusch gelegene Friedleben-Strasse haben sie bereits zu einem Tag der Nachbarschaft eingeladen. Über 100 Interessierte kamen, fast jeder Dritte von ihnen wird sich in Zukunft ehrenamtlich engagieren. Familie, Enkel, Ehrenamt, Hobbies - "wir haben fast zu wenig Zeit füreinander", sagt Renate Wahl. Alle zwei Wochen wollten sie eigentlich zusammen kochen, einen Termin dafür gibt es noch nicht. Zeit, um gemeinsam an anthroposophischen Texten zu arbeiten, vereinbarten sie für jeden Freitag.

Gemeinschaft und Individualität, Nähe und Distanz können die Mitglieder der Wohngruppe, darunter auch zwei Paare, gut leben. Der Raum zum Baden ist gemeinsam, Dusche, Küche und Toilette findet jeder im eigenen Appartment. Die einst vereinbarten Zeichen an der Tür "bitte nicht stören", hängen so gut wie gar nicht mehr aus. Tipps für andere, die ihre Sehnsucht nach gemeinsamem Wohnen umsetzen möchten, kann Gerhard Weißenberg nach den langen Kämpfen gut formulieren: "Oft kommen Gruppen zusammen, die die Angst vor dem Alleinsein im Alter oder eine gemeinsame Vergangenheit eint." Seiner Erfahrung nach reicht das nicht: "Wichtig ist der Zukunftsaspekt, der Leitstern, wo sie hingucken können, wenn es knirscht."

Es ist fast Mittag. In der Küche im Gemeinschaftsraum duften frisch geschälte Zwiebeln. Vielleicht freuen sich die Mitglieder der Wohngruppe, die den Vormittag über Menschen mit Demenz zu einer Veranstaltung ins benachbarte Aja Textor-Goethe-Haus begleitet haben, über eine Suppe. Das Lieblingsspiel der Wohngruppe unterm Dach ist übrigens - wie könnte es anders sein - Activity.

Kontakt für Interessierte, gerne auch Sponsoren für die Friedrich Schorling Stiftung: Renate Wahl

Telefon 069 / 53 09 31 03.

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Printausgabe Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 24.01.2008,

  

Alternativen zum Pflegeheim

 

 

 

 

Alternativen zum Pflegheim

 

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Printausgabe Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 05.01.2008,

 Kosten Pflegeheim Kosten Pflegeheim

 

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 02.01.2008,
 

 

 

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 10.12.2007,

Info-Kiosk soll Ideen sammeln

Von Martina Dreisbach

Friedrichsdorf. Die Hugenottenstadt Friedrichsdorf hat jetzt auch eine „Infobox“, wie man sie vom berühmten Potsdamer Platz in Berlin kannte. In Friedrichsdorf geht es – wie seinerzeit in der Hauptstadt – um Stadtentwicklung, wenn auch in anderen Dimensionen. Und noch einen Unterschied gibt es: Die Box ist nicht rot, sondern hellgrün, an zwei Seiten offen und heißt „Kiosk Stadt 25+“. Das klingt zwar etwas sperrig und auch ein wenig nach Wasserhäuschen, könnte sich im Laufe der Zeit aber zu „Info-Kiosk“ abschleifen. Die Idee der mit dem Konzept betrauten Stadtplaner „Planquadrat“ aus Darmstadt war jedenfalls gut.

Es ist ein regnerischer Samstagmorgen, an dem der hellgrün und weiß gespritzte Würfel erstmals unter die Leute darf. Er steht am Eingang zum Markt, und die Neugierde der Bürger lässt nicht auf sich warten. Das erste Projekt des „Stadtentwicklungskonzepts 25+“, das im September des vergangenen Jahres begonnen wurde, rollt. Wohin die mobile Box, die auch kostenlos gemietet werden kann, rollt, hängt wiederum an den Vorstellungen der Bürger. Vorschläge dürfen auf einer Karte notiert und abgegeben werden. „Bahnhof“ heißt es einmal, und der Vorschlag stößt auf Zustimmung, denn auch dort wäre Einiges zu tun.

Schwellenangst hat hier nichts verloren: ein Schritt nur, und man steht in dem blitzenden Chromwürfel und darf sich zum Planungsstab dazugehörig fühlen. „Die Anregungen und Ansichten zur Stadtentwicklung der Bürger sollen hier zusammen getragen und dann in der Planungskommission besprochen werden. Wir wollen nur steuern“, sagt Friedrichsdorfs Erster Stadtrat Norbert Fischer (CDU). Die ersten Anregungen sind schon eingetroffen, aus Pappe gebaute Modelle von einem neuen Landgrafenplatz, wie ihn eine neunte Klasse der Philipp-Reis-Schule (PRS) gern hätte.

Caroline Hofhangs stellt das Modell vor. Die Jungen wünschen sich Hochhäuser mit Elektronikläden, die Mädchen niedrige Bauten mit Modeläden. „Wir wollen nicht immer nach Frankfurt fahren“, sagt sie. Das Exempel zieht also und soll sich, wie Planungsbüro und Politiker, darunter Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) und Renzo Sechi (FWG) vom Ausländerbeirat, sagen, multiplizieren. Immer neue Standorte, wie etwa die Hardtwaldschule oder der Houiller Platz, sollen dem Kiosk Popularität verschaffen. „Kommunikation ist uns Verpflichtung, so steht es im Stadtlogo“, sagt Martin Geskes vom Planungsbüro. „Der Kiosk ist dafür die Plattform.“


Dass sich viele Bürger mit Stadtentwicklung befassen, kann Ausländerbeiratsmitglied Sechi bestätigen: „Wir haben herumgefragt und festgestellt, dass sich die Vorstellungen der Ausländer in unserer Stadt mit denen der anderen Bürger decken. Alle wünschen sich mehr Leben in der Stadt und bessere Bedingungen für die Existenzgründung. Sie sagen, es sei zu kompliziert, sich mit Gewerbe oder Einzelhandel selbstständig zu machen.“

Die Voraussetzungen für ein Gelingen sind gut. Gruppen wie „Herbsterwachen“,
der Seniorenbeirat, PRS-Vertreter und der Ausländerbeirat haben ihre Mitarbeit bereits angekündigt. Der Gemeinsinn ist rege, wie der Auftritt der Bläsergruppe „Junges Blech“ der Musikschule zeigt. Die Musiker haben zwar vor Kälte steife Hände, aber der grüne Kiosk soll sein erstes Ständchen haben. Das kommt an. Nun muss sich zeigen, ob es dem Kiosk gelingt, die Stadt in ihrer Entwicklung voranzubringen.

 

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Printausgabe der Frankfurter Rundschau vom 07.12.2007

 

"Schon früh Alter planen"

VON ANTON J. SEIB

 

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 12.10.2007

 Herbsterwachen: „Das Schlimmste ist Isolation“
 Von Christiane Gensrich
 
 Friedrichsdorf. Ein Rückschlag: Die erste Senioren-Wohngemeinschaft, die
 die Friedrichsdorfer Initiative Herbsterwachen initiieren wollte, ist
 gescheitert. Nur eine Woche bevor die vier potenziellen WG-Mitglieder gemeinsam
 ein Haus beziehen wollten, haben deren Angehörige das Projekt verhindert.
 Die Interessentinnen im Alter zwischen 79 und 87 Jahren müssen in ihren
 Alten- und Pflegeheimen bleiben.
 
 Aber Herbsterwachen-Initiatorin Nicole Aviény, 41 Jahre alt und
 Altenpflegerin bei einem privaten ambulanten Pflegedienst, gibt deswegen noch lange
 nicht auf. Derzeit sucht ihr Verein, der noch in der Gründung begriffen
 ist, ein Grundstück. Dort würde das Gemeinnützige Siedlungswerk Frankfurt

 (GSW) als Bauträger eine kleine Wohnanlage mit 10 bis 15 barrierefreien
 50-Quadratmeter-Wohnungen für Senioren errichten. Ein Gemeinschaftsraum
 würde dazu gehören und die Bewohner könnten sich gegenseitig helfen. Wenn es
 die Grundstücksgröße erlauben würde, könnte dort auch ein
 Mehr-Generationen-Haus integriert werden.
 
 „Die Senioren könnten sich mit den Kindern beschäftigen und davon
 hätten alle etwas“, erklärt Aviény. „Die Bewohner würden, so wie
 früher, in einer Gemeinschaft leben.“ Vielleicht könnten sogar die
 Betreuungskosten für alte Menschen und für Kinder reduziert werden. „Für die
 älteren Menschen würde das auch bedeuten, dass sie nicht so schnell
 pflegebedürftig würden.“
 
 Wie das funktioniert? Aviény gibt ein Beispiel aus der Praxis: „Eine
 ältere Frau, die ihren Mann verloren hat, sitzt einsam in einer viel zu
 groß gewordenen Wohnung und hat auch keine Lust mehr, für sich etwas zu
 kochen. Diese Leute essen dann womöglich jeden Tag nur Kartoffeln mit Quark.
 Das führt auf die Dauer zu Mangelernährung. Und damit zu früherer
 Pflegebedürftigkeit.“
 
 Das Schlimmste für alte Menschen sei die Isolation und keine Aufgabe in
 der Gesellschaft zu haben. Gemeinsam zu leben und zu essen dagegen, mache
 einfach mehr Spaß. Das Wichtigste sei die Kommunikation.
 
 Die finanzielle Seite: „Jeder Mieter müsste 30 000 Euro Mietdarlehen
 einbringen und hätte für 15 Jahre eine garantierte feste Miete. Wenn eine
 der Wohnungen frei würde, hätte der Verein drei Monate lang Vortritt bei
 der Suche nach einem neuen Mieter. Danach könnte das GSW die Wohnung frei
 vergeben.
 
 Aber für die Friedrichsdorfer Herbsterwachen-Gruppe (rund 20 Personen im
 Alter zwischen 40 und 80 Jahren) ist das Zukunftsmusik. Noch ist der Verein
 nicht als gemeinnützig anerkannt. Der Antrag liege bei der
 Oberfinanzdirektion in Frankfurt und die Sache komme nicht voran.
 
 Allerdings weiß Aviény: „In anderen Bundesländern gibt es bereits
 Vereine, die solche Wohnprojekte organisieren und betreuen.“ Sie hat bereits
 Kontakte zu ähnlichen Projekten in Bad Homburg (Gemeinsam Wohnen im
 Alter), Kronberg („Silberdisteln“) und Sulzbach („Liebenswertes Wohnen
 für Generationen“) geknüpft. Zusammen mit „Herbsterwachen“ bilden
 diese Initiativen das Netzwerk „Wohnprojekte Taunus“.
 
 Woran die geplante Vierer-WG gescheitert ist? „Die Angehörigen wollten
 alle Verantwortung los sein und ihre Verwandten lieber im Heim rundum
 versorgt wissen“, so Aviény. Dass die vier alten Damen einen Mietvertrag
 hätten abschließen müssen und sich selbst versorgen, habe den Angehörigen
 nicht gefallen. Auch dass die Miete noch drei Monate hätte weitergezahlt
 werden müssen, wenn eine der vier WG-Frauen gestorben wäre, sei ein Problem
 gewesen. „Aber eine Gesellschaft birgt nunmal gleichermaßen Rechte und
 Pflichten.“
 
 Andererseits wäre die Miete samt Haushaltsgeld und Service wie Abfall
 wegbringen, Treppenhaus putzen und Einkaufen gehen pro Person vergleichsweise
 günstig gewesen, so Aviény weiter: 740 Euro im Monat. Der Hausmeister,
 der den Grund-Service erledigt hätte, wäre mit ins Haus gezogen, in eine
 eigene Dachwohnung. Gekocht hätten die Frauen selbst – gemeinsam und jede
 nach ihren Fähigkeiten. Und wenn sie pflegebedürftig geworden wären,
 wäre der ambulante Pflegedienst ins Haus gekommen.
 
 Aus dem Rückschlag könne sie nur die Lehre ziehen, dass man früher mit
 solchen Projekten beginnen müsse. „Man muss die Weichen stellen, so
 lange man noch selbst Herr über seine Finanzen ist. Am besten schon, wenn man
 um die 50 Jahre alt ist.“ Zu viele Menschen verdrängten das Problem so
 lange, bis es zu spät sei.
 
 Die Friedrichsdorfer Initiative Herbsterwachen ist in Friedrichsdorf im
 Eichenweg 4 zu erreichen, Telefonnummer (0 61 72) 76 79 50, Fax 76 79 51.

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Printausgabe der Frankfurter Rundschau vom 11.10.2007

Senioren-WG scheitert
Friedrichsdorf Angehörige sprechen sich gegen das Projekt aus
VON ANTON J. SEIB
 
Lieselotte A. hatte sich so darauf gefreut. Endlich wollte sie das Altenheim in Bad Nauheim verlassen und mit drei weiteren älteren Damen in eine Senioren-Wohngemeinschaft im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach ziehen. Doch daraus wurde nichts. Die 87-Jährige lebt weiterhin im Heim, ihre drei potenziellen Mitbewohnerinnen ebenfalls.

"Eine Woche vor dem Einzug ist das Projekt gescheitert. Das ist sehr schade", sagt Nicole Aviény. Sie ist Sprecherin des Friedrichsdorfer Vereins "Herbsterwachen", der sich alternative Wohnformen für ältere Menschen auf die Fahnen geschrieben hat.
Die Angehörigen der vier Damen hätten sich nach längerem Abwägen gegen das Projekt ausgesprochen, die vier Seniorinnen im Alter zwischen 79 und 87 Jahren sich schließlich gebeugt. Unter anderem wegen der komplizierten Mietvertragsgestaltung. So hätten die vier Bewohnerinnen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründen müssen, die als Mieterin aufgetreten wäre.

Die gelernte Altenpflegerin Aviény kann das nicht nachvollziehen. Wo sonst könne man noch für 700 Euro monatlich wohnen - alles inklusive. "Die Menschen kennen noch keine Alternative zum Heim", sagt sie. Manche Angehörige zahlten lieber viel Geld für ein Heim, um dann nichts mehr damit zu tun zu haben.
Umdenken im Verein

Aus dem Scheitern des Projekts hat der Verein "Herbsterwachen" seine Schlüsse gezogen. "Wir müssen bereits Menschen um die fünfzig für solche Wohnformen interessieren", sagt Nicole Aviény. Deshalb ist sie dabei, mit ähnlichen Initiativen, etwa den "Silberdisteln" in Kronberg oder dem Verein "Liebenswertes Wohnen für Generationen" in Sulzbach im benachbarten Main-Taunus-Kreis ein regionales Netzwerk zu knüpfen und für die Idee zu werben.

Mit noch einer Schwierigkeit hat der Verein zu kämpfen. Noch immer hat das Finanzamt Bad Homburg die Gemeinnützigkeit nicht anerkannt. "Momentan liegt der Antrag bei der Oberfinanzdirektion Frankfurt", sagt Aviény. Sie versteht nicht, warum das so kompliziert sein soll. "Wir haben die Satzung von einem Verein in Nürnberg übernommen, der ist seit zehn Jahren gemeinnützig."

Über den Stand des Verfahrens wollte sich ein Finanzamtssprecher nicht äußern. "Das fällt unter das Steuergeheimnis", sagte er auf Anfrage der FR.

Verein "Herbsterwachen", Eichenweg 4, 61381 Friedrichsdorf,
Telefon 0 61 72 / 76 79 49, Fax: 0 61 72 / 76 79 51.

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 19.07.2007

Erste WG für Senioren wird eröffnet

Sie warten ungeduldig auf den Start des Wohnprojekts „Lindenhof“ (von links): Lieselotte Amling, Nicole Aviény, Mario Gutzeit, Sibylle Crone, Katharina Pfister und Elise Barz. Foto: Dieter Becker

Von Dieter Becker

Seulberg. Das alternative Seniorenwohnprojekt der Seulberger Initiative „Herbsterwachen“ nimmt konkrete Formen an. So soll im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach am 1. September dieses Jahres eine Wohngemeinschaft für ältere Menschen ins Leben gerufen werden. Nach Angaben der Gründerinnen Nicole Aviény und Sibylle Crone sind bis dato drei von vier angebotenen Plätzen fest vergeben, eine weitere Bewerbung stehe im Raum.

Die seit 2005 existierende Initiative „Herbsterwachen“ möchte älteren Menschen neue Wege aufzeigen, wie es sich in tragfähigen sozialen Strukturen besser leben lässt. Derzeit verfügt die Gruppierung über etwa 20 Mitglieder, die bereits mit Hochdruck an der Gründung eines Trägervereins für die geplanten Wohnprojekte arbeiten. Die entstehende Senioren-WG betrachten sie als „einen ersten Schritt, dem möglichst bald weitere folgen sollen“.

 

Aviény und Crone denken ebenso. Die beiden Aktivistinnen haben sich gedanklich bereits mit der Errichtung einer Seniorenwohnanlage im Bereich der Friedrichsdorfer Kernstadt angefreundet. Mehr noch: Außer einem geeigneten Grundstück konnte mit dem „Gemeinnützigen Siedlungswerk“ (GSW) in Frankfurt ein Investor gefunden werden, der eine barrierefreie Anlage mit bis zu 25 Wohneinheiten errichten und auf der Basis eines so genannten „Mietdarlehens“ finanzieren würde (wir berichteten). „Leider ziehen sich die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer seit Monaten hin“, bedauert Aviény. Ihr sind mehrere Interessenten persönlich bekannt, die aufgrund besonderer Lebensumstände dringend eine neue Bleibe suchen.

Dazu zählt beispielsweise die 87-Jährige Lieselotte Amling, die ihren Einzug in das Zweifamilienhaus in der Ober-Eschbacher Lindenstraße geradezu herbeisehnt. Erst im Dezember hatte die Friedrichsdorferin außerhalb des Hochtaunuskreises ein Zimmer in einem Altenheim gefunden, das mit allen erdenklichen Vorzügen ausgestattet schien. „Ziemlich bald hat sich aber herausgestellt, dass alle meine Mitbewohner an Altersdemenz leiden und ich keinerlei Ansprache habe“, erklärt die rüstige Seniorin, die zwar über leichte Bewegungseinschränkungen klagt, geistig aber voll auf der Höhe ist.

Ähnlich verhält es sich mit Katharina Pfister (79). Die Köppernerin lebt schon heute mit mehreren Mitbewohnern zusammen, doch die Beziehungen innerhalb der Gruppe erwiesen sich als konfliktbeladen. Deshalb trägt sie sich ebenfalls mit dem Gedanken, in den „Lindenhof“ umzuziehen. „Als ehemalige Haushälterin könnte ich mich hervorragend in die neue Wohngemeinschaft einbringen“, ist sie sich sicher. Dasselbe trifft auch auf die ehemalige Krankenschwester Elise Barz aus Bad Homburg zu, die sich zu den Gründen ihres geplanten Umzuges nicht weiter äußern will. Mario Gutzeit, der Vierte im Bunde, soll als „guter Geist“ im „Lindenhof“ kleine Gefälligkeiten erledigen und dabei helfen, den Alltag zu koordinieren. „Die Idee einer Senioren-Wohngemeinschaft beschäftigt mich schon seit 20 Jahren. Jetzt freue ich mich über den Beginn des Projekts“, betont der 54-jährige Diplom-Psychologe.

Dem Sprecher von „Herbst- erwachen“ zufolge verfügt der „Lindenhof“ über vier Zimmer, die mit Möbeln der Bewohner ausgestattet werden, zwei Bäder mit Dusche und Badewanne, eine Wohnküche mit angegliederter Essecke, sowie ein Wohnzimmer, das als „Clubraum“ dienen soll. Eine große Dachterrasse garantiere einen „Platz an der Sonne“. Haustiere sind explizit zugelassen. „Das Zusammenleben soll nicht nach dem Prinzip einer Zweck-Wohngemeinschaft erfolgen. Vielmehr sind die Bewohner eingeladen, Freuden und Nöte miteinander zu teilen“, erläutern Aviény und Crone. Die tägliche Versorgung werde – soweit dies möglich sei – von allen Bewohnern gleichermaßen geleistet. „Durch die selbstständige Lebensweise halten wir eine Verbesserung des Gesundheitszustandes für möglich. Zumindest aber sollten die Aktivitäten im Idealfall den Alterungsprozess mit all seinen Begleiterscheinungen hinauszögern“, betont Aviény.

Auch bei zunehmender Gebrechlichkeit der Senioren werde die Wohngemeinschaft in der ursprünglichen Besetzung bestehen bleiben und kein Bewohner zur Verlegung etwa in ein Pflegeheim überredet. Pflegerische und medizinische Leistungen übernähmen anerkannte Dienste. Aviény bringt die Vorteile des Wohnprojekts „Lindenhof“ auf den Punkt: „Niemand ist einsam, alle bestimmen den Tagesablauf mit und jeder findet seine Aufgabe.“

Bis das Gebäude allerdings bezugsfertig ist, werden noch einige Wochen vergehen, in denen Renovierungsarbeiten und die behindertengerechte Ausstattung der Räume anstehen. Dazu sucht die Initiative „Herbsterwachen“ noch tatkräftige, handwerkliche Unterstützung.

Weitere Informationen rund um die Seulberger Initiative „Herbsterwachen“ gibt es im Internet auf der Homepage der Gruppe unter der Adresse http://www.herbsterwachen.info.

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Frankfurter Rundschau v. 14.07.2007, S.21, Ausgabe: R Region

Eine WG für ältere Damen

Von Anton J. Seib

Die Initiative "Herbsterwachen" hat ein Haus in Ober-Eschbach gemietet

Bad Homburg. Lieselotte A. ist aufgeregt. " Ich freue mich riesig", sagt sie. "Ich bekomme ein gemütliches Zimmer, mittags trinke ich mit den Mitbewohnerinnen Kaffee. Das stelle ich mir prima vor." Am 1. September ist es soweit, dann zieht Lieselotte A. in eine Wohngemeinschaft ein – mit 87 Jahren. Mit ihr zwei weitere Damen im Alter von 79 und 80 Jahren. Eine vierte Mitbewohnerin wird noch gesucht.
Möglich gemacht hat das die Friedrichsdorfer Initiative "Herbsterwachen", die in Ober-Eschbach mitten im Ortskern das geräumige Haus anmietete. "Wir haben das Haus Lindenhof getauft", sagt Nicole Aviény von Herbsterwachen. Dort leben die Frauen auf zwei Etagen in vier Einzelzimmern. Sie teilen sich zwei Bäder, Küche und Esszimmer für rund 400 Euro Miete im Monat. Unters Dach zieht ein Psychologe, der auf Wohnungssuche war. "Er ist eine Art Hausmeister", beschreibt Nicole Aviény seine Rolle.
Im Alter besser leben
Noch lebt Lieselotte A. in einem Pflegeheim in Bad Nauheim, deshalb will sie anonym bleiben. "Ich bin froh, wenn ich hier rauskommen", sagt die 87-Jährige, die zuvor ein Vierteljahrhundert lang in Friedrichsdorf lebte.
"Ich habe mich immer jünger gefühlt, als ich bin, und kann gut auf Menschen zugehen", sagt die geistig fitte Witwe. Als sie vor einem halben Jahr gefallen und auf Hilfe angewiesen war, zog sie nach langem Zögern ins Seniorenheim. "Ich habe das sehr bereut", sagt sie heute.
"Wir wollen Menschen zeigen, wie es sich im Alter besser leben lässt", beschreibt Altenpflegerin Nicole Aviény ihr Anliegen.
Sie kennt Lieselotte A. schon länger und begeisterte sie für die Wohn
gemeinschaft. Ebenso eine 80 Jahre alte Rentnerin, die vereinsamt in einer kleinen Mietwohnung in Bad Homburg lebt und sich sehnlichst Anschluss wünscht. Beide haben sich das Haus angeschaut und spontan zugestimmt.
Die Dritte im Bunde ist eine 79 Jahre alte psychisch kranke Frau aus Friedrichsdorf, die heute beim Sommerfest von Herbsterwachen erstmals ihre künftigen Mitbewohnerinnen trifft.
Angst vor dem Abenteuer hat Lieselotte A. nicht – im Gegenteil: "Ich zähle schon die Tage bis dahin", sagt sie fröhlich lachend.

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 09.03.2007

Grundstück für alternatives Wohnen gesucht

Von Dieter Becker

Friedrichsdorf. Für die alternative Wohnform der Initiative „Herbsterwachen“ steht ein Investor bereit. Das bestätigten die Sprecherinnen der Gruppe Sibylle Crone, Nicole Aviény und Ursula Denniger auf Anfrage der Taunus Zeitung. Demzufolge ist das „Gemeinnützige Siedlungswerk“ (GSW) mit Sitz in Frankfurt am Main daran interessiert, das Projekt zügig umzusetzen. Die Grundstückssuche dafür laufe derzeit auf Hochtouren.

Die Initiatorinnen der Aktion „Herbsterwachen“ haben sich die Förderung von neuen Wohn- und Lebensformen in tragfähigen sozialen Strukturen auf die Fahne geschrieben. Ihre Motivation ergab sich aus der Erfahrung, dass sich nur wenige Menschen mit ihren Bedürfnissen am Lebensabend auseinander setzen und daher oftmals nicht altersgerecht wohnen. So leben nach den Erkenntnissen von „Herbsterwachen“ immer mehr Senioren in Appartements, die für bewegungseingeschränkte Menschen kaum geeignet oder schlicht zu groß ausgelegt sind. Andere nehmen Service- oder Pflegeleistungen in Anspruch, die aufgrund weiter Anfahrtswege zukünftig aufwendiger und kostspieliger werden dürften. Ein zusätzliches Problem ist gerade für Senioren die zunehmende Vereinsamung. Die Folgen können beträchtlich sein: Nicht selten müssten sich Betroffene nämlich früher oder später von der Vorstellung verabschieden, in den eigenen vier Wänden auch im hohen Alter gut und selbst bestimmt wohnen zu können.

„Mit unserer Initiative wollten wir den Menschen Wege aufzeigen, wie es sich im Alter besser leben lässt“, erinnerte sich Aviény an die Anfänge von „Herbsterwachen“. Eine Möglichkeit gemeinschaftlichen Zusammenlebens in der Hugenottenstadt könnte künftig das vom GSW geplante Wohnprojekt bieten. Das Unternehmen der Bistümer und Caritasverbände Limburg, Mainz, Fulda und Erfurt verwaltet nach eigenen Angaben rund 7000 Wohnungen. Darüber hinaus entwickelt, plant, baut und finanziert das GSW neben Eigenheimen sowie Eigentums- und Mietwohnungen unter anderem Kindergärten, Gemeinde- und Pfarrzentren, Begegnungsstätten, Sozialstationen, Seniorenwohnungen, Altentagesstätten und Altenpflegeheime. Ein spezielles GSW-Projekt ist das, in Frankfurt-Preungesheim und Kassel-Marbachshöhe bereits realisierte, „Gemeinschaftliche barrierefreie Wohnen“, das sich vor allem an ältere und behinderte Menschen wendet. Eine ähnlich konzipierte Wohnanlage in Langen befindet sich gegenwärtig im Bau und soll unter der Bezeichnung „Ginkgos – Gemeinsam Wohnen im Alter“ voraussichtlich im Oktober bezugsfertig sein. Den drei Objekten gemein ist die Betonung des Gemeinschaftsgedankens. Aus diesem Grund stehen in jeder der Anlagen Räume zur Verfügung, die von allen Bewohnern für Aktivitäten genutzt werden können.

„Auch in Friedrichsdorf könnten wir sofort mit der Umsetzung des Wohnprojekts beginnen“, versicherte der Diplom-Ingenieur, Architekt und GSW-Projektentwickler Joachim Negwer gegenüber der Taunus Zeitung. Im Moment suche man kernstadtnah ein geeignetes Grundstück zur Schaffung einer barrierefreien Wohnanlage, die unter dem Gesichtspunkt der energieeffizienten Bauweise errichtet werden solle. Dafür seien etwa 2000 Quadratmeter Fläche erforderlich. Der Investor rechnet mit etwa zwanzig Interessenten, deren Vorstellungen hinsichtlich der Größe und Ausstattung der Wohnungen Berücksichtigung finden könnten. Die Finanzierung erfolge über ein so genanntes „Mietdarlehen“, das pro Quadratmeter voraussichtlich rund 600 Euro betragen werde und mit dem Einzug zu erstatten sei. Durch die Zahlung garantiere das GSW für die Laufzeit von 15 Jahren einen festen Mietzins, der sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientiere. „Ob für das Projekt ein generationenübergreifendes Wohnen in Frage kommt, entscheidet sich letzten Endes an der Größe und Beschaffenheit des Grundstücks“, so Negwer.

Der GSW-Projektentwickler wird bei der Info-Messe „aktiv – mobil – betreut“, die am Samstag von 10 bis 18 Uhr mit einem vielseitigen Programm und anspruchsvollen Vorträgen im Bürgerhaus Köppern, Dreieichstraße 22, stattfindet, am Stand von „Herbsterwachen“ im Bürgerhaus von etwa 12 Uhr an Rede und Antwort stehen. Im Rahmen der Veranstaltung wird darüber hinaus Nicole Aviény das alternative Wohnprojekt von 15 Uhr an im Kolleg des Bürgerhauses in einem Fachvortrag vorstellen. Weitere Informationen im Internet unter http://www.gsw-ffm.de und http://www.herbsterwachen.info.

 

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    Im Seniorenwegweiser der Stadt Friedrichsdorf "Kommunikation unsere Verpflichtung" werden wir, unter der Rubrik:  

    "Selbsthilfegruppen in Friedrichsdorf" (S.29) erwähnt.       

   Hier ein Auszug im .pdf-Format                       
 

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 27.07.2006

Initiative für ältere Menschen sieht sich auf richtigem Weg

Friedrichsdorf. Im März dieses Jahres wurde einjähriges Bestehen gefeiert (wir berichteten), aber auch seither hat sich bei der Friedrichsdorfer „Initiative Herbsterwachen“ viel getan. Außer den regelmäßigen Infotreffen in den Räumlichkeiten von „Wir Friedrichsdorfer“ in der Ringstraße waren die Mitglieder von „Herbsterwachen“ viel unterwegs. Vom gemeinsamen Frühstückstreff, über Wandertouren bis zum Radfahren – es gab jede Menge Gelegenheit zum Kennenlernen.

Die „Initiative Herbsterwachen“ will vor allem die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt wissen. Und so freut man sich in Friedrichsdorf, dass sich auch die aktuelle Broschüre des Hessischen Sozialministeriums mit den Senioren befasst und über „Neue Wohnformen im Alter“ berichtet. „Wir freuen uns, dass im Vergleich zur letzten Auflage viele neue Initiativen und Projekte gegründet wurde“, sagt Nicole Aviény, Sprecherin der „Initiative Herbsterwachen“. Um die Bedürfnisse der älteren Menschen zu berücksichtigen und es Senioren möglichst bis an ihr Lebensende zu ermöglichen, die eigenen Lebensumstände selbst gestalten und steuern zu können, seien die Städte und Kommunen besonders gefordert. Aviény: „Es müssen adäquate Wohnungen angeboten werden, die in das ,normale‘ Wohngebiet integriert sind. Denn die so genannte dritte Lebensphase wird immer länger. Damit einhergehend muss den verschiedensten Bedürfnissen Rechnung getragen werden.“

Die „Initiative Herbsterwachen“ spricht in diesem Zusammenhang von der Erhaltung der Selbstbestimmung und Individualität, der Möglichkeit, Kontakte zu finden und soziale Bindungen in der Nachbarschaft zu knüpfen. Ferner müsse die Sicherheit älterer Menschen im Alltag gewährleistet sein. „Dienstleistungen müssen bezahlbar und mit einer Wahlfreiheit versehen sein“, fordert die Initiative.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Wohnformen für alte und behinderte Menschen stellten alternative und Generationen übergreifende Wohnprojekte eine Kostenersparnis dar. „Durch gegenseitige Unterstützung werden nicht nur andere Kostenträger entlastet, sondern wiederum auch Arbeitsfelder für weitere Dienstleitungen an Ort und Stelle erschlossen“, so Aviény.

Auch wenn die „Initiative Herbsterwachen“ mit ihrer Arbeit „erst am Anfang“ stehe, so freue man sich doch darüber, dass es bereits Interessenten gebe, mit deren Hilfe sich ein erstes Projekt in Friedrichsdorf realisieren lassen würde.

Wer mehr über die „Initiative Herbsterwachen“ erfahren möchte, kann sich bei Nicole Aviény, Telefonnummer (0 61 72) 76 79 50, melden. Infos gibt es auch beim Sommerfest der Initiative am kommenden Sonntag. Gefeiert wird auf einem Grundstück am Radweg zwischen Seulberg und Gonzenheim (Wegbeschreibung zum Sommerfest und weitere Informationen unter http://www.herbsterwachen.info.).

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In der neu aufgelegten Broschüre des Hessischen Sozialministeriums: "Neue Wohnprojekte für Jung und Alt" wurden auch wir, unter der Rubrik: Initiativen und Projekte in der Planungsphase" erwähnt.

Hier ein Auszug im .pdf-Format

 

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse vom 05.04.2006

Das Alter nicht dem Zufall überlassen

Von Martina Dreisbach

Friedrichsdorf. Nicole Aviény ist noch nicht einmal 40, und Falten hat sich auch noch nicht. Dass sie sich dennoch mit dem Alter, mit dem Altwerden, mehr noch, mit der bestmöglichen Art und Weise alt zu werden, befasst, hängt mit ihrem Arbeit bei einem Pflegedienst zusammen.

Hier kann sie alle Schattierungen des Alters erleben und eine Menge lernen. Vor allem eines: Dass man sich beizeiten Gedanken darüber machen muss, wie man im Alter leben will. «Man muss einen scharfen Blick auf die eigene Lage werfen und prüfen, ob man in der gewohnten Umgebung bleiben kann, wenn man nicht mehr mobil ist», sagt sie.

Aviény ist das jüngste Mitglied der Initiative «Herbsterwachen», einem Zusammenschluss von Friedrichsdorfern, die sich um altersgerechtes Wohnen bemühen. Als Gleichgesinnte sind sie auf der Suche nach geeigneten Gebäuden, die gemeinsames Wohnen in kleinen Einheiten ermöglichen. «Es gibt kein Patentrezept», sagt sie, «wir wollen jetzt gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften ansprechen und ihnen unser Konzept vortragen. Wir sind auch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück.» Ideal, weil zentral gelegen, sei das Milupa-Gelände, wo eine Mischbebauung – Wohnungen und Geschäfte – entstehen soll.

Der Gruppe schweben seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen vor oder eine Hausgemeinschaft mit Räumen, die von allen genutzt werden. «Man sollte die Kaufkraft der Senioren nicht unterschätzen», sagt sie weiter. Gut geplantes Zusammenleben alter Menschen schütze vor Einsamkeit und auch davor, sich der Gebrechlichkeit oder Krankheit anheim zu geben. «Wenn Aufgaben verteilt werden, denn es wird ja nicht jeder im Alter krank, hat man einen ganz anderen Blick auf das Leben», meint sie. Zudem könnten Kosten gespart werden: «Wie oft fährt der Pflegedienst nur wegen einer Medikamentengabe los, die ebenso gut von einem rüstigen Mitbewohner verabreicht werden könnte.»

«Herbsterwachen» geht systematisch vor, hat einen Fragebogen verteilt, der die Bedenken und Wünsche der Senioren aufnimmt. Die Gruppe hat vor, Altenwohnprojekte in Langen und Frankfurt zu besichtigen und Konzepte zu übernehmen. Fände sich keine Wohnungsbaugesellschaft, würde man notgedrungen selbst eine Genossenschaft gründen und ein Domizil erwerben. Dem Zufall überlassen dürfe man das Alter nicht.

Aviény erinnert sich an den Satz einer Frau, die sagte, sie wolle, so lange es gehe, in ihrer Wohnung bleiben und dann schicksalsergeben in ein Heim ziehen. «Ich gebe dann mein Gehirn an der Pforte ab», habe die Frau gesagt. Das wird den vierzig Mitgliedern der Gruppe «Herbsterwachen» aber wohl nicht passieren.

Das nächste Treffen der Gruppe «Herbsterwachen» ist heute um 20 Uhr im Vereinszentrum des Bürgerselbsthilfevereins «Wir Friedrichsdorfer», Ringstraße 5, Infos: Telefon (0 61 72) 73 79 24.

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Printausgabe der Frankfurter Neue Presse  vom 19.04.2005

 

Senioren-WG als Heim-Alternative

Von Dieter Becker

Friedrichsdorf. Welche alternativen Wohnformen werden in der Hugenottenstadt künftig älteren Menschen zur Verfügung stehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt «Herbsterwachen», das der Öffentlichkeit erstmals im Rahmen der Gesundheitsmesse «Hilfen im Alter» im März vorgestellt wurde. Auf Einladung der Initiatorinnen Nicole Aviény und Sibylle Crone trafen am Freitag gut zwei Dutzend Interessenten zusammen, um eine Diskussion über Chancen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit neuen Formen des Zusammenlebens anzustoßen. Fakten dazu lieferte der Vortrag «Wohnen in einer alternden Welt» von Dr. Dieter Hondelmann.

Die Gründung von «Herbsterwachen» geht auf die Mitarbeiter des ambulanten Alten- und Krankenpflegedienstes Crone zurück. Weil immer mehr Menschen des höheren Lebensalters vereinsamen und nicht zuletzt deshalb die Fähigkeit verlieren, sich im eigenen Haushalt ausreichend selbst zu versorgen, übernimmt diese Tätigkeiten zunehmend das Pflegeteam. Dazu zähle auch eine Art «Seelenmassage», wie Aviény berichtete. Die Aufgabenfülle überfordere aber oft die finanzielle Situation der Senioren .

«Dagegen stellen wir uns im Rahmen des Herbsterwachens alternative Wohnformen in Wohn- oder Hausgemeinschaften vor. Ältere Menschen könnten sich gegenseitig helfen und füreinander da sein», erklärte Aviény. Auch wirtschaftliche Vorteile sprächen für eine Senioren-WG. So könne durch eine gemeinsame Nutzung von Räumen ebenso gespart werden wie durch die gemeinschaftliche Organisation von medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen. «Ziel von alternativen Wohnformen sollte ein selbst bestimmter Lebensabend sein.»

Wie wichtig angesichts der demographischen Entwicklung eine Auseinandersetzung mit derlei Fragestellungen ist, machte Dr. Dieter Hondelmann deutlich. Demnach gingen Experten davon aus, dass die Gesamtbevölkerung in Deutschland auf gerade noch 68 Millionen Menschen im Jahr 2050 zurückgehen werde, so der Vorsitzende des Seniorenbeirates. Im Hochtaunuskreis verdreifache sich im gleichen Zeitraum nahezu der Anteil der Menschen über 80 Jahren. Um auch im Alter selbst bestimmt und selbstständig leben zu können, seien Zukunftsplanungen dann erforderlich, wenn noch Spielräume bestünden – also vor einem möglichen Eintritt von Pflegebedürftigkeit oder Krankheiten. Besonders die individuellen Bedürfnisse müssten bei der Wahl zwischen den verschiedenen Modellen von Wohnformen berücksichtigt werden . Zum Leben in den eigenen vier Wänden böten etwa das betreute Wohnen, Seniorenheime oder Wohngemeinschaften eine Alternative.

Die Diskussion im Anschluss ergab in Bezug auf Wünsche an das Leben im Alter ein sehr unterschiedliches Bild. Während ein Teil der Senioren dem betreuten Wohnen zuneigte und Wohngemeinschaften ablehnte, zeigten andere großes Interesse. Auch wurden in diesem Zusammenhang bereits Ideen entwickelt, die von einer Anmietung entsprechender Räume im Stadtgebiet in Form einer privaten Initiative bis hin zu einem Seniorenzentrum in öffentlicher Trägerschaft reichten.

Auch Dr. Hondelmann betonte, dass für das altersgerechte Wohnen in Friedrichsdorf ein weiteres Angebot benötigt werde. «Weitermachen, nicht aufhören», fasste Nicole Aviény die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen. So wird das Projekt «Herbsterwachen» voraussichtlich im Juni fortgesetzt.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

 

Initiative Herbsterwachen

Nicole Aviény

 

Eichenweg 4

61381 Friedrichsdorf

 

Tel:  06172- 76 79 49

Fax: 06172-49 94 239

 

info(at)herbsterwachen.info